Geschichten, die das herz berühren
Das Leben schreibt viele Geschichten. Bewahre die schönen Erinnerungen in deinem Herzen. Sie bringen dich sicher durch schwierige Zeiten. Tauche ein in meine Welt voller Erlebnisse, die zum Lachen, Nachdenken und Fühlen anregen.

Meine Herzgeschichten
Hier findest Du Geschichten, die ich in meinen Herbert-freien Zeiten erlebt habe und aktuell erlebe. So, wie sie mein Leben schreibt. Von mir erzählt mit ganz viel Herz. Es sind Erzählungen über die kleinen Siege und die großen Herausforderungen des Alltags, immer authentisch und persönlich.

Zum schmunzeln, lachen und nachdenken
Meine Herzgeschichten sind zum Schmunzeln, Lachen und auch zum Traurigsein. Hier ist meine Herbert-freie Zone , ein Ort, an dem ich Teile offen lasse und dich einlade, mitzufühlen, deine eigenen Erinnerungen zu leben und Inspiration für deine Reise zu finden.

Tauche ein in meine Welt
Jede Geschichte ist ein Stück meines Weges, ein kleiner Sieg oder eine Herausforderung, die das Leben schreibt. Lass dich inspirieren und finde in meinen Erzählungen vielleicht auch ein Stück deiner eigenen Geschichte, die dich durch schwierige Zeiten trägt.
Heute ist Marie gestorben
Ihre letzte Reise, über die Regenbogenbrücke.
Du hast den Sonnenschein perfekt gemacht.
Hast ihn quasi mitgebracht.
Aus Sizilien. Bella Italia.
Es kommt mir vor als wäre der 06. August 2022 erst gestern gewesen .Habe alles noch bildlich vor Augen.
Unsere Reise zu dir. Deine Reise zu uns.
Mit Bullibü in ein neues Abenteuer. Ein Abenteuer, woraufhin sehnlichst entgegen gefiebert wurde. Eine Leere in die wieder Leben gefüllt werden soll.
Uns trennten noch knapp 500 km.
Die Vorfreude riesig. Die Spannung Riesen groß.
Ich sehe dich sitzen, auf Bullibü`s Rückbank. Gespannt, vielleicht auch erwartungsvoll. Irgendwann liegend, schlafend. Scheinbar entspannt.
War mag wohl in deinem Köpfchen vorgegangen sein?
Du warst auf dem Weg in deinen persönlichen Hundehimmel. Damals hast Du wahrscheinlich nicht mal gewagt davon zu träumen.
Wir wussten, was dich Großartiges erwartete. Ein Für-immer-zu-Hause.
Das Beste, welches man sich vorstellen konnte. Das machte dein Herrchen und mich überaus glücklich.
Heute hat der Krebs entschieden. Es war an der Zeit zu gehen. Meinte äh. Dem sind Meinungen anderer scheiß egal. Er entscheidet. Basta! Nichts anderes mehr hat Gewicht.
Doch eins noch. Du durftest an deinem allerliebsten Lieblingsort einschlafen um dich dann auf den Weg über die Regenbrücke zu machen. In den Armen deines Herrchens.
Gute Reise meine kleine Maus.
Ich habe dich schon vorher vermisst.
Dein Platz in meinem Herzen ist dir sicher. Im Januar 2026
Der Briefkasten
Ich bog in die Kastanienallee ein, fuhr langsam bis zu dem Haus auf der linken Seite und hielt im Schutz seiner Hecke an. Ich nahm den Briefumschlag aus dem Handschuhfach, musterte ihn und schaute mich um. Es war dunkel, und meine Augen suchten den Briefkasten an der Auffahrt zum Haus. Dann schaute ich wieder auf den Umschlag in meiner rechten Hand. „Das ist doch albern, Frau Gröbel!“, sagte ich zu mir. „Du bist zu alt für so einen Scheiß! Sieh zu, dass du nach Hause kommst.“ Mit diesen Sätzen warf ich den Brief zurück ins Handschuhfach und fuhr nach Hause.
Als ich an meiner Wohnung ankam, klopfte ich bei meinen Nachbarn gegenüber an die Wohnungstür. Ich hatte Licht bei ihm gesehen, also war er noch wach.
„Hey Babs, schon wieder zu Hause?“, empfing mich Klaus, als er die Tür öffnete. „Ja“, entgegnete ich, „das Essen mit meinen Mädels war super. Der DJ war klasse, aber die Musikanlage, alter Schwede, die muss dringend erneuert werden! Die hat so sehr gedröhnt! Das habe ich nicht lange ausgehalten. Hast du ein Bier für mich?“
Während wir ein leckeres Kölsch tranken, kramte ich den Briefumschlag aus meiner Tasche, nahm die Karte heraus und drückte sie meinem Nachbarn in die Hand. Ich erzählte ihm alles über die Karte und wie feige ich kurz zuvor gewesen war.
„Wenn du magst, melde dich gerne mal bei mir. Hier ist meine Handynummer. Bärbel vom anderen Ende der Straße.“ Er las die Karte laut vor, grinste und sah mich an.
„Ach, Frau Nachbarin, wie süß.
Ich würde mich freuen, so eine Nachricht in meinem Briefkasten zu finden.
Weißt du was? Zieh deine Jacke an. Ich packe ein paar Dosen Bier für unterwegs ein. Wir laufen jetzt zusammen dorthin. Du wirfst die Karte in diesen verdammten Briefkasten. Klaus schob mich aus seiner Wohnung. Wiederworte meinerseits wurden geflissentlich überhört.
In Windeseile sah ich uns, mit Stirnlampen und Dosenbier ausgestattet, die Straße entlangwandern. Wir waren aufgeregt und kicherten über die Vorstellung, wie die Karte beim Empfänger ankommen würde. Es fühlte sich ein bisschen wie in Teenagerzeiten an. Voll aufregend!
Angekommen, warf ich den Umschlag mit der Karte ganz schnell in den Briefkasten, während Klaus Schmiere stand. Dann schließen wir schnell wieder davon. Als wir weit genug entfernt waren, brachen wir beide in lautem Gelächter aus. In diesem Moment wurde die Karte für mich zur Nebensache. Ich genoss den Augenblick der Ausgelassenheit und den Spaß, den wir gerade hatten.
So leicht hatte ich mich schon ewig nicht mehr gefühlt. Ich umarmte Klaus und bedankte mich bei ihm für seine bedingungslose Freundschaft.
„Was würde ich nur ohne dich machen, Klaus?“ „Ach Babs, komm her.“ Er drückte mich und zog zwei Dosen Bier aus seinen Jackentaschen. „Auf uns, Frau Nachbarin! Ohne dich wäre mein Leben ein ganzes Stück langweiliger.“ Hand in Hand liefen wir den weiten Weg zurück. Wir waren dankbar und glücklich, den anderen auf seiner Seite zu wissen.
Von den Adressaten der Karte habe ich nie etwas gehört. Das spielte auch gar keine Rolle mehr. Denn die Botschaft dieser Karte war eine ganz andere als ursprünglich geplant.
Der 4te Tag
Am Anfang war nichts kaputt.
Es gab keinen Streit, der hängen geblieben ist. Keine Worte, die man nicht mehr zurücknehmen könnte. Kein leisen Zweifel, die sich nachts zwischen uns gelegt haben.
Es war ruhig. Verlässlich. Wie in Stein gemeißelt.
So ein Wir, von dem man denkt:
Das trägt. Bis ans Ende unserer Tage.
Als er in die Reha ging, hatte ich etwas Sorge, aber keine Sorge um uns.
Wir gehen da gemeinsam durch. Versprachen wir uns.
Nur eben mit etwas Abstand.
Ich habe auf ihn gewartet. Nicht ungeduldig. Nicht klammernd.
Eher so, wie man auf jemanden wartet, der bald wieder durch die Tür kommt und sagt:
„Ich bin wieder da.“
Am vierten Tag nach seiner Rückkehr kam keiner durch die Tür.
Nur eine Nachricht.
Ein paar Zeilen auf meinem Handy.
Kalt, klar, abgeschlossen.
Er muss jetzt an sich denken.
Er beendete unsere Beziehung.
Ich habe den Text mehrmals gelesen, als würde sich zwischen den Zeilen noch etwas verstecken. Eine Erklärung. Ein Rest von uns. Irgendetwas, was das alles weniger endgültig macht.
Da war nichts. Einfach nichts.
Was mich dabei begleitet hat, ist nicht nur der Verlust. Es ist dieses Gefühl, dass etwas beendet wurde, ohne dass ich überhaupt dabei war.
Kein Gespräch.
Kein Blick.
Kein „lass uns noch einmal verstehen, was hier passiert“.
Nur ein Schnitt.
Ich habe lange versucht, den Grund zu finden. In ihm. In mir.
In dieser Frau, die plötzlich da war wie aus dem Nichts.
Aber je länger ich suche, desto klarer wird etwas anderes:
Es geht nicht nur darum, warum er gegangen ist. Es geht darum, wie er gegangen ist. Man kann jemanden verlieren und trotzdem das Gefühl behalten, gesehen worden zu sein bis zum Schluss.
Und man kann bleiben und sich trotzdem irgendwann fragen, wann man eigentlich unsichtbar geworden ist. Vielleicht ist das die eigentliche Wunde.
Nicht, dass er nicht geblieben ist. Sondern, dass er gegangen ist, als hätte es uns nie wirklich gegeben. Nun sitze ich hier, mit all meinen Fragen, mit all dem was nie ausgesprochen wurde und langsam verstehe:
Es ist an der Zeit, das „Uns“ zurück zu lassen. Mein „Ich“ zu nähren und zu stärken. Denn dieses „Ich“ ist eins was trägt . Bis ans Ende meiner Tage .
Kopf trifft Herz
Mein Kopf weiß längst,
dass ich dich nicht zurück will.
Weil ich gesehen habe,
wie du gegangen bist.
Nicht wie jemand, der liebt.
Sondern wie jemand, der ausweicht.
Und trotzdem…
gibt es diesen kleinen Teil in mir,
der manchmal noch hofft.
Nicht auf dich.
Sondern darauf,
dass alles einen Sinn hatte.
Das es echt war.
Dass ich nicht einfach austauschbar bin.
Ich muss nicht darauf warten,
dass du es erkennst.
Ich habe es längst erkannt.
Ich weiß, was ich gegeben habe.
Ich weiß, wie ich geliebt habe.
Und ich weiß,
dass ich jemanden verdiene,
der bleibt,
nicht jemanden, der sich verliert.
Und ja…
mein Herz braucht noch Zeit.
Aber es geht nicht mehr zurück.
Es lernt gerade,
ohne dich weiterzugehen.
Was bleibt, wenn jemand geht.
Es gibt diesen Moment, in dem alles vorbei ist und trotzdem noch nicht still.
Die Räume sehen gleich aus. Die Tasse steht noch da, wo sie immer steht.
Der Alltag tut so, als wäre nichts passiert. Und es fehlt doch etwas.
Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher wie ein leiser Ton, der plötzlich nicht mehr klingt.
Am Anfang denkt man, es ist die Person, die fehlt.
Ihre Stimme. Ihre Nähe. Die Art, wie sie Dinge gesagt hat.
Aber das stimmt nicht ganz. Was wirklich fehlt, zeigt sich erst später. Es sind die kleinen Selbstverständlichkeiten:
Jemandem etwas erzählen wollen und dann merken, dass da niemand mehr ist, der genau dieses Detail versteht.
Lachen und für einen kurzen Moment vergessen, dass man sich nicht mehr umdrehen kann, um es zu teilen.
Oder dieser Impuls, eine Nachricht zu schreiben, die man dann doch nicht abschickt.
Nicht, weil man es nicht darf. Sondern, weil es keinen Ort mehr gibt, an dem sie ankommen würde.
Eines Tages bemerkt man: Es geht nicht mehr um die andere Person.
Es geht um den Raum, den sie in einem selbst hinterlassenen Hut hat.
Einen Raum, der nicht sofort verschwindet. Der noch eine Weile da bleibt.
Mit Erinnerungen, mit Gewohnheiten, mit all den Dingen, die nie ausgesprochen wurden.
Vielleicht ist das gar nichts Schlechtes. Vielleicht zeigt dieser leise, offene Raum, wie sehr man fähig war zu fühlen.
Wie tief man verbunden war und dass das nicht verschwindet, wenn jemand geht.
Es ist das, was bleibt, kein Zeichen von Verlust. Sondern ein Zeichen von Tiefe. Und es ist in Ordnung, dass dieser Raum noch eine Weile da ist.
Bis man irgendwann merkt, dass er sich langsam verändert.
Nicht kleiner aber ruhiger wird. Und dass man ihn nicht mehr füllen muss, um wieder ganz zu sein.
im April 2026

Das ich-hab-Verständnis-Ding
Es gibt Dinge, die man erst versteht, wenn man ein Stück Abstand gewonnen hat. Manchmal auch erst dann, nachdem es wehgetan hat.
Früher hätte ich Menschen schnell eingeordnet. In richtig und falsch.
In gut für mich oder nicht gut für mich. Heute schaue ich anders hin.
Nicht, weil ich alles entschuldigen, sondern weil ich verstehen möchte,
warum sich manche Menschen so verhalten, wie sie es tun.
Ich habe gelernt, dass Menschen sehr viel im Außen suchen. Bestätigung.
Aufmerksamkeit. Ein Gefühl von Wert. Und dass sie dabei imstande sind, Dinge zu tun,
die für andere schwer auszuhalten sind. Nicht immer laut. Manchmal auch ganz leise.
In kleinen Momenten. In Blicken, in Worten, die sich nicht immer im ersten Augenblick unangenehm anfühlen.
Trotzdem bleibt etwas zurück. Ein Gefühl von Unsicherheit, von Zweifel. Manchmal sogar an sich selbst.
Ich habe mich gefragt, warum mich genau solche Begegnungen so berühren. Warum ich versuche zu verstehen. Zu erklären. Zu bleiben. Vielleicht, weil ich geglaubt habe, dass durch Verstehen automatisch etwas verändert wird. Dass es Dinge leichter macht.
Aber das stimmt nicht. Verstehen kann helfen, Zusammenhänge zu sehen. Es kann helfen,
weniger hart zu urteilen. Aber es schützt dich nicht automatisch. Und es nimmt dir auch nicht das Gefühl, dass etwas nicht gut für dich ist.
Ich darf Mitgefühl haben, ohne mich selbst dabei zu verlieren. Ich darf sehen, woher etwas kommt, ohne es in meinem Leben behalten zu müssen. Ich darf Grenzen setzen, auch wenn ich den anderen verstehe. Das ist meine neu gewonnene Erkenntnis.
Es geht gar nicht darum, wie sich andere Verhalten, es geht darum, was das Verhalten anderer mit mir macht. Es geht darum zu erkennen und dementsprechend zu handeln.
Denn ich darf verstehen, ich darf fühlen und ich darf gehen.
Liebevolles Memo an mich:
Ich muss nicht alles aushalten, nur weil ich es erklären kann.
04.2026